Schlüssel zum Erfolg sind Disziplin und Cleverness

 

20.02.2017, Kreiszeitung Böblinger Bote, von Harald Rommel

 

HERRENBERG. Hurra sie leben noch. Mit einem unerwartet hohen 27:20-Erfolg im Kellerduell beim Vorletzten SV Werder Bremen wurden die Handballerinnen der SG H2Ku Herrenberg zwar nicht die Rote Laterne in der 2. Bundesliga los, schöpfen aber wieder reichlich Mut.

 

"Das war ein Spiel mit einer besonderen Anforderung", freute sich Coach Hagen Gunzenhauser, dass seine Kuties dem Druck des unbedingten Gewinnenmüssens standhielten und in den entscheidenden Phasen Ruhe bewahrten. "So holt man sich Selbstvertrauen." Und es sind nur noch drei Punkte Rückstand zum rettenden Ufer. Neben einer "bollenstarken Abwehr" (O-Ton Gunzenhauser) konnte unweit der Weser auch der zuletzt immer häufiger in der Kritik stehende Angriff überzeugen. "Wir mussten uns dabei gegen verschiedenste Varianten des Gegners behaupten", stellte der Trainer mit Genugtuung fest, dass sein Team stets gute Lösungen parat hatte.

 

Dazu trug sicherlich auch die Tatsache bei, dass die Gäu-Sieben, die kompletten 60 Minuten in Führung lag. Mit ein Verdienst der Neubranders. Kapitänin Sarah Neubrander, die vergangene Woche ihren Vertrag verlängerte, eröffnete nicht nur den Torreigen, sondern lieferte danach vorne wie hinten ein tolles Spiel ab. Den Rang lief ihr aber ihre Schwester Lea ab. "Zwölf Treffer sind schon eine Hausnummer", zeigte sich Hagen Gunzenhauser einmal mehr begeistert vom Auftritt des erst 17-jährigen Ausnahmetalents. Auch die gleichaltrige Lena Degenhardt bekam ein Extralob.

 

Aber nicht nur die Youngsters wussten zu überzeugen. Alisa Berger spielte defensiv klasse und trug nach einer Viertelstunde durch drei Treffer gemeinsam mit zwei verwandelten Siebenmetern von Sarah Neubrander dazu bei, dass die Gäste mit 9:5 und 11:8 vorne lagen. "Wir haben deren Tempospiel gar nicht zur Entfaltung kommen lassen", nickte Gunzenhauser. "Der Schlüssel zum Erfolg war, dass wir die Aufgabe diszipliniert und überlegt angegangen sind." 14:9 stand es zur Pause, kurz nach Wiederanpfiff 16:12. Wieder waren Lea Neubrander und Lena Degenhardt erfolgreich gewesen.

 

Nach plötzlichem Knacks im Spiel doch noch kühlen Kopf bewahrt

 

Doch plötzlich bekam das souveräne SG-Spiel einen Knacks. In Unterzahl führten die Kuties nur noch 16:15. "Da haben wir kühlen Kopf bewahrt, der Glaube war weiter da", rappelten sie sich zur Freude ihres Trainers wieder auf. Lea Neubrander und Lena Degenhardt - wer sonst? - sorgten für den entscheidenden Zwischenspurt auf 19:15. "Wir konnten Bremen weiter immer wieder vor Probleme stellen" staunte Gunzenhauser nicht schlecht, mit welcher Präzision die weiteren Treffer erzielt wurden.

 

Weit über zehn Minuten blieb zudem die SG-Abwehr, die für viele Ballgewinne sorgte, bis zum 23:17 ohne Gegentreffer. "Das war natürlich eine Ansage", hatte der Herrenberger Coach nie und nimmer damit gerechnet, dass er sich schon neun Minuten vor Ultimo entspannt zurücklehnen konnte.

 

SG H2Ku Herrenberg: Lide, Staudenmaier; Berger (3), Frey, Klein, S. Neubrander (4/davon 2 Siebenmeter), Foth, L. Neubrander (12/1), Gebhard (2/2), Stonawski (2), Beddies, Degenhardt (3), Leppert (1).

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