Rote Laterne abgegeben

 

10.04.2017, Kreiszeitung Böblinger Bote, von Vanessa Frey

 

HERRENBERG. Pure Erleichterung und Freude waren allen Beteiligten auf Seiten der SG H2Ku Herrenberg nach dem überraschend deutlichen 28:22-Sieg über den TV Beyeröhde in der 2. Handball-Bundesliga der Frauen ins Gesicht geschrieben. "Nach dem Spiel ist erstmal eine unglaubliche Last von unseren Schultern gefallen", atmete Trainer Hagen Gunzenhauser kräftig durch.

 

Rückraumshooterin Kerstin Foth eröffnete den Torreigen. Der Tabellenzweite aus Wuppertal ließ sich davon allerdings nicht aus der Ruhe bringen und blieb an den Kuties dran. Vor allem die Zwillinge Sandra und Mandy Münch sorgten für viel Alarm in der Herrenberger Abwehr. 250 Zuschauer in der Markweghalle sahen ein Spiel, das in den ersten 25 Minuten stets hin und her kippte. "Unser Ziel war es, unsere Abwehr richtig ins Spiel zu bringen, das ist uns in der ersten Hälfte nicht gut gelungen", bemängelte Gunzenhauser. Hinzu kam, dass die Kuties in der Vorwärtsbewegung einfach zu viele technische Fehler produzierten und dabei das schnelle Umschalten von Beyeröhde zu spüren bekamen. Vier Minuten vor dem Halbzeitpfiff lagen die Gäste erstmals mit zwei Toren in Front (13:15), Sulamith Klein verkürzte vor der Pause noch auf 14:16.

 

Nach Wiederbeginn kämpfte sich die SG H2Ku durch Treffer von Klein und Gebhard wieder auf ein Unentschieden heran (19:19). Ein großes Raunen ging zehn Minuten vor Schluss durch die Halle, als es die SG in doppelter Überzahl nicht schaffte, sich entscheidend abzusetzen und zweimal durch unvorbereitete Würfe das Angriffsrecht herschenkte. Im Gegensatz zu den vorherigen Spielen ließen sich die Herrenberginnen davon aber nicht aus dem Takt bringen. Die beste Abwehr der Liga stand vorbildlich, und Monika Lide konnte sich im Tor ein ums andere Mal auszeichnen. "Wir haben es geschafft, Beyeröhde immer wieder in den Positionsangriff zu zwingen", analysierte Gunzenhauser, "das hat den Ausschlag für diesen Sieg gegeben."

 

Gästetrainerin Sabine Nückel konnte ihm da nicht widersprechen: "In der Endphase hat Herrenberg den Sieg auch mehr gewollt als wir." Ihre Spielerinnen scheiterten immer wieder an Lide, und im Herrenberger Angriff drehte Annika Leppert so richtig auf. Mit zwei Treffern der Kreisläuferin gelang der SG erstmals eine Drei-Tore-Führung (25:22). Ein gehaltener Siebenmeter von Lide machte drei Minuten vor Schluss den Deckel drauf, ehe Freya Stonawski den Endstand zum 28:22 markierte. "Das war Abstiegskampf pur", so Gunzenhauser, der den Blick schon auf die folgenden, entscheidenden Partien richtet.

 

Bereits am kommenden Gründonnerstag geht es für seine Mannschaft zur HSG Hannover-Badenstedt, die aktuell dort steht, wo die Kuties am Ende der Saison stehen wollen: über dem Strich. Anschließend stehen drei Spiele gegen weitere direkte Konkurrenten auf dem Plan. "Das werden schwere Kopfspiele für beide Mannschaften", ist sich Gunzenhauser sicher, "wir haben nichts zu verschenken, und ohne einen Sieg in Hannover wären die Punkte gegen Beyeröhde nicht viel Wert." Die Rote Laterne sind die Kuties aber erst einmal los.

 

SG H2Ku Herrenberg: Lide, Staudenmaier; Frey, Berger (1), Klein (6), S. Neubrander (3), Foth (3), L. Neubrander (2/davon 1 Siebenmeter), Stonawski (3), Beddies (1), Degenhardt (2), Leppert (4).

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