Mehrere Fliegen mit einer Klappe geschlagen

 

27.02.2017, Kreiszeitung Böblinger Bote, von Harald Rommel

 

HERRENBERG. Mit dem 24:14-Erfolg über die FSG Mainz 05/Budenheim schlugen die Zweitliga-Handballerinnen der SG H2Ku Herrenberg mehrere Fliegen mit einer Klappe. Einerseits gewannen sie nach 141 Tagen ohne Heimsieg wieder eine Partie in der Markweghalle. Andererseits sind die Kuties die Rote Laterne los, nachdem sie zum ersten Mal in dieser Saison zweimal in Folge erfolgreich waren. Außerdem schafften sie Historisches: Zwischen der 5. und 50. Minute kassierten sie vor knapp 450 Zuschauern nur ein halbes Dutzend Gegentreffer.

 

Bei den Meenzer Dynamites ging gar nichts, die SG-Defensive zog ihnen mit aggressiver und beweglicher Abwehr den Zahn. Während FSG-Trainer Thomas Seitz von einem "kollektiven Ausfall" sprach, war sein Gegenüber Hagen Gunzenhauser stolz: "Wir haben als Einheit den Handball gezeigt, den wir uns vorstellen." Es gibt ihm viel Mut und Zuversicht, dass der auf zwei Punkte geschrumpfte Rückstand zum rettenden Ufer bald ganz weg ist. "Wenn wir die nächsten Spiele auch mit dieser Körpersprache angehen, bin ich überzeugt, dass wir unser großes Ziel schaffen werden."

 

Nach 0:2-Rückstand steigerten sich die Kuties von Minute zu Minute. "Die Mädels haben das nicht nur mental überragend gelöst", konnte sich Gunzenhauser auf sein Prunkstück Defensive verlassen. "Da waren alle präsent, haben gekämpft, alles gegeben." Er war aber auch vom Angriff angetan. Denn da schafften es Freya Stonawski, Anika Leppert, Lea und zweimal Sarah Neubrander sowie Alisa Berger, ihre Farben mit 6:3 nach vorne zu bringen. "Auch da stand ein Kollektiv auf dem Feld", lobte der SG-Coach, der personell einige Umstellungen hatte vornehmen müssen. Monika Kornet, Lisa Gebhard und Kaya Diehl standen gar nicht zur Verfügung, Sulamith Klein (Rückenprobleme) konnte nur sehr sporadisch eingesetzt werden.

 

Dafür sprangen andere nach dem 6:5 in die Bresche. Wie Alisa Berger, die immer wertvoller wird. Oder die erst 17-jährige Lena Degenhardt. Zusammen mit Leppert und Klein waren sie hauptverantwortlich für den 11:6-Halbzeitstand. Der etwas höher hätte ausfallen können, wenn da nicht das Dutzend an Fehlversuchen gewesen wäre.

 

Doch darüber konnte hinweggesehen werden, denn in der Abwehr wurde Beton angerührt. "Für mich war der Karnevalsumzug schon in Herrenberg", gibt es für den Gästetrainer keinen Anlass, am heutigen Rosenmontag das Training ausfallen zu lassen. "Sollen wir feiern, weil wir gerade mal 14 Tore geworfen haben?!" Ganz anders die Stimmungslage bei Hagen Gunzenhauser. "Da waren endlich wieder die Tugenden da, die in dieser Saison oft gefehlt haben."

 

Maren Jüngling krönt Einstand mit Tor von der Rechtsaußenposition

 

Er meinte nicht nur die überragende Abwehrarbeit um eine bestens aufgelegte Torfrau Monika Lide (Zeitz: "Sie hat uns mit ihren Paraden den Zahn gezogen"), sondern auch die Kaltschnäuzigkeit und Cleverness am gegnerischen Kreis. Unter anderem krönte Maren Jüngling aus der zweiten Mannschaft ihren Einstand mit einem Treffer von der Rechtsaußenposition. "Maren hat so gespielt, als würde sie schon immer im Kader stehen", betonte ihr Coach. Seine Truppe eilte auf 20:8 davon, acht Treffer in Serie erzielten die Herrenbergerinnen auch noch nie in dieser Saison. Am 24:14-Sieg gab es überhaupt nichts zu deuteln.

 

SG H2Ku Herrenberg: Lide, Staudenmaier; Beddies (8), Klein (1), Foth (4/davon 4 Siebenmeter), Degenhardt (5), Berger (3), Jüngling (1), Stonawski (1), Frey (1), Leppert (3). L. Neubrander (2), S. Neubrander (2).

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