Kuties siegen und kämpfen vergeblich

 

22.05.2017, Kreiszeitung Böblinger Bote, von Vanessa Frey

 

HERRENBERG. Die Zweitliga-Handballerinnen der SG H2Ku Herrenberg haben zwar ihr letztes Heimspiel in der Markweghalle mit 26:23 gegen die Kurpfalz Bären aus Ketsch gewonnen, können den Abstieg in die 3. Liga aber vermutlich nicht verhindern.

 

Überraschend spielte Haunstetten zu Hause gegen den Tabellenletzten Lintfort nur unentschieden und ist damit direkt abgestiegen. Da aber gleichzeitig der BSV Sachsen Zwickau beim Tabellenvierten Beyeröhde gewann, müssen die Herrenbergerinnen auf Rang 14 voraussichtlich ebenfalls den Schritt in die Drittklassigkeit antreten. "Die letzte Möglichkeit auf einen Ligaverbleib hängt mit der Lizenzvergabe für Leipzig zusammen", erklärt Trainer Hagen Gunzenhauser. Der hochverschuldete HC kämpft derzeit noch um die Lizenz in der 1. Liga. Die Handballbundesliga der Frauen erteilte dem Club eine Lizenzvergabe unter aufschiebender Bedingung. Genauer bedeutet dies, dass Leipzig nur dann eine Lizenz für die Saison 2017/18 erhält, wenn binnen einer Frist zum 31. Mai die finanziellen Bedingungen erfüllt werden. Sollte das bis dahin nicht der Fall sein, müsste der ehemalige deutscher Meister den Gang in Liga drei antreten und die SG H2Ku Herrenberg könnte sich in der 2. Bundesliga halten. "Der HC Leipzig muss über eine Millionen Euro selbst generieren. Ob er das schafft, steht in den Sternen", so Gunzenhauser, der bis Ende Mai zusammen mit seinen Spielerinnen gespannt in Richtung Sachsen blickt.

 

Mit dem grandios erkämpften Sieg gegen die Kurpfalz Bären aus Ketsch hat seine Mannschaft zumindest den letzten Funken Hoffnung am Leben erhalten. Die Kuties um Kapitänin Sarah Neubrander starteten vor 600 Zuschauern in der Markweghalle gut in die Partie. Youngster Lea Neubrander brachte ihre Farben nach fünf Minuten durch einen Siebenmetertreffer mit 3:1 in Front. Dann geriet der Angriff der Herrenberginnen allerdings gehörig ins Stocken. Zahlreiche Fehlpässe und überhastete Abschlüsse ließen die Gäu-Sieben ein ums andere Mal in schnelle Konter der Gäste aus der Kurpfalz laufen. "In dieser Phase hat uns die Leidenschaft im Rückzugsverhalten gefehlt", erörtert der Coach, "wir haben es nicht geschafft, die schnellen Angriffe der Bären zu unterbinden, das hat unheimlich viel Unsicherheit hervorgerufen." Das Resultat: ein 3:7-Rückstand. Die Kurpfalz Bären verwalteten diesen Vorsprung souverän, dennoch konnten die Kuties vor dem Pausenpfiff durch zwei Treffer von Lena Degenhardt noch einmal auf 13:15 verkürzen.

 

Fünf Spielerinnen und die beiden Trainer verabschiedet

 

Nach dem Wiederanpfiff übernahmen die Herrenbergerinnen wieder die Kontrolle über das Spiel. Sarah Neubrander erzielte in der 42. Minute den verdienten Ausgleich, Sulamith Klein traf zum 19:18 für die Kuties. Die Abwehrreihe der SG H2Ku stand felsenfest, was dann noch durchkam, wurde immer wieder eine sichere Beute von Torhüterin Monika Lide. Auch im Angriff fanden die Hausherrinnen bessere Mittel, die offensive 3:2:1-Deckung von Ketsch zu knacken. "Wir haben den Bären nach und nach die Kraft und die Lust am Spiel genommen", freute sich Gunzenhauser. Am Ende siegten die Kuties verdient mit 26:23 und wurden dafür vom heimischen Publikum frenetisch gefeiert.

 

Dafür musste Manager Ingo Janoch nach Spielende einige Verabschiedungen vornehmen, tat das unter dem Motto "Gute Zeiten, schlechte Zeiten". Insgesamt fünf Spielerinnen verlassen die SG H2Ku Herrenberg, zudem werden Coach Hagen Gunzenhauser und sein Co-Trainer Tim Güthoff nicht mehr zur Verfügung stehen. Die Kuties wollen einen Neustart wagen, unabhängig der Ligazugehörigkeit. "Wir möchten wieder einen neuen Spirit in die Mannschaft bringen, um sportlich erfolgreicher zu sein", so Janoch. Denn auf schlechte Zeiten folgen bekanntlich auch wieder bessere.

 

SG H2Ku Herrenberg: Lide, Staudenmaier; Berger (2), Klein (3), S. Neubrander (5/davon 4 Siebenmeter), L. Neubrander (4/1), Gebhard (4), Stonawski (1), Beddies, Degenhardt (4), Leppert (3).

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