Im Angriff die richtigen Mittel gefunden

 

02.05.2017, Kreiszeitung Böblinger Bote, von Vanessa Frey

 

HERRENBERG. Die Handballerinnen der SG H2Ku Herrenberg haben vom Tabellenletzten zwei überlebenswichtige Punkte mitgebracht. In Lintfort überzeugte die Mannschaft von Trainer Hagen Gunzenhauser mit einem 28:21-Sieg und hat somit weiterhin alle Chancen auf den Verbleib in der 2. Bundesliga.

 

Vor dem Schicksalsspiel in der Sporthalle Eyller Straße in Lintfort standen die Zeichen für die Kuties alles andere als gut. Ein halbes Duzend Spielerinnen konnte vergangene Woche nur eingeschränkt oder überhaupt nicht trainieren. Kerstin Foth trat die Reise nach Nordrhein-Westfalen gar nicht erst an. Die 20-jährige Rückraum-Shooterin unterzog sich diese Woche einer MRT-Untersuchung aufgrund langwieriger Ellenbogenschmerzen. Diagnose: Anriss des Ellenbogenbands. Sie wird die restlichen Spiele wohl nicht mehr zur Verfügung stehen. Diesen Verlust galt es bei TuS Lintfort erst einmal zu verdauen. "Für beide Mannschaften stand unheimlich viel auf dem Spiel, die Nervosität war spürbar", so Trainer Hagen Gunzehauser.

 

Die Kuties starteten gut in die Partie. Vor allem Rechtsaußen Lisa Gebhard drückte der Anfangsphase mit drei Treffern ihren Stempel auf. "Lisa hat bärenstark gespielt und auch viel Verantwortung übernommen", zeigt sich der Trainer begeistert. Nach zehn Zeigerumdrehungen warf sie erstmals eine 3-Tore-Führung für ihr Team heraus (6:3). Auch als die TuS durch ihre holländische Top-Torschützin Loes Vandewal wieder herankam spielte die H2Ku weiterhin souverän und hielt die Gastgeberinnen durch Treffer von Gebhard und Freya Stonawski auf Distanz. "Wir waren gegen die drei bestimmenden Spielerinnen der TuS super eingestellt und hatten sie gut im Griff", freute sich Gunzenhauser, dass die vorgegebene Taktik aufging. Marie-Christin Beddies erhöhte in der 22. Minute wieder auf drei Tore (12:9), und bis zu Pause gaben die Kuties diesen Vorsprung nicht mehr aus der Hand. Beim Spielstand von 15:12 ging es in die Kabinen.

 

Die zweite Hälfte bestimmte vor allem die Abwehrreihe der SG H2Ku. Gegen die zweitbeste Defensive der gesamten Liga fanden die Rückraumschützinnen von TuS Lintfort weiterhin kein Rezept. "Wir haben Lintfort immer wieder in lange Angriffe gezwungen, das hat unseren Gegner sehr viel Kraft gekostet", beschreibt Gunzenhauser. Das gab dem Spiel der SG H2Ku viel Stabilität. Vor allem auch, weil die Kuties ihre sich bietenden Chancen im Angriff nutzten. Der Ball lief gut durch die eigenen Reihen, die Anzahl der Fehlwürfe wurde, im Gegensatz zum Spiel gegen Haunstetten, deutlich heruntergeschraubt. "Wir haben im Angriff mit viel Geduld und sehr diszipliniert agiert, das war der Schlüssel zum Sieg."

 

Nachwuchstalent Lea Neubrander erhöhte für die Herrenbergerinnen erstmals auf fünf Tore (23:18). Und als Beddies und Leppert den Vorsprung auf 25:18 (52.) ausbauen konnten, schien auch der Wille des Tabellenletzten endgültig gebrochen. Die SG H2Ku brachte diese 7-Tore-Führung abgeklärt über die Zeit und bejubelte nach Schlusspfiff zwei überaus wichtige Punkte.

 

Am Mittwoch geht's in Nürtingen weiter, am Samstag kommt Zwickau

 

Für die Herrenbergerinnen geht es nun Schlag auf Schlag. Am Mittwoch kommt es zum Derby bei der TG Nürtingen (20 Uhr, Theodor-Eisenlohr-Sporthalle), am Samstag steht das wichtige Heimspiel gegen den BSV Sachsen Zwickau auf dem Plan. Sollten die Kuties mit vier Punkten aus diesen zwei Partien hervorgehen, ist der Klassenerhalt zum Greifen nahe.

 

SG H2Ku Herrenberg: Lide, Staudenmaier; Berger (1), Frey, Klein (7), S. Neubrander (1), L. Neubrander (3/davon 2 Siebenmeter), Gebhard (7/3), Stonawski (2), Beddies (4), Degenhardt (1), Leppert (2).

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