Abwehr der SG H2Ku funktioniert überhaupt nicht

 

Es ist wie verhext: Sobald die Zweitliga-Handballerinnen der SG H2Ku Herrenberg gegen Mannschaften aus der oberen Tabellenregion Punkte gewinnen, müssen sie anschließend gegen die direkten Konkurrenten um den Klassenerhalt herbe Rückschläge hinnehmen.

 

18.04.2017, Kreiszeitung Böblinger Bote, von Vanessa Frey

 

HERRENBERG. Bei der HSG Hannover-Badenstedt setztees im Nachholspiel am Gründonnerstag eine 27:34-Niederlage.

 

Schon zu Beginn kamen die Kuties im Badenstedter Schulzentrum nicht richtig in die Partie. Sulamith Klein traf für ihre Farben zum 1:0, dies sollte allerdings auch die letzte Führung für die Gäste in diesem Spiel bleiben. Die Gastgeberinnen setzten sich in den ersten fünf Minuten mit einem 4:0-Lauf schnell von den Herrenberginnen ab. "Ein klassischer Fehlstart unsererseits", wusste Trainer Hagen Gunzenhauser. Durch Treffer von Kerstin Foth und die Neubrander-Schwestern kam die SG zwar nochmals auf ein Tor zum 4:5 heran (9.), die Hannoveranerinnen fanden aber stets eine passenden Antwort. Untypischerweise schafften es die Spielerinnen von Hagen Gunzenhauser zu keinem Zeitpunkt, mit ihrem eigentlichen Prunkstück,, der Abwehr, dem Gegner das Leben schwer zu machen. Mit einer Hypothek von 18 Gegentoren, bei nur 13 selbst erzielten Treffern ging es für die Kuties in die Halbzeit. "Die vielen Gegentore nehme ich im Nachhinein auf meine Kappe", gestand der Trainer ein, "unsere zuvor besprochene Taktik ging absolut nicht auf." Entgegen der bisherigen Absprachen agierte sein Mittelblock offensiver als sonst. "Wir haben quasi das Herz der Abwehr verändert, das hat zu viel Unsicherheit geführt." Denn die HSG Hannover-Badenstedt interessierten diese Umstellungen wenig, sie profitierte oft von groben Schnitzern der Gäste-Abwehr. Zu allem Übel kam noch hinzu, dass Torhütern Monika Lide bei der letzten Aktion der ersten Halbzeit mit den Rippen gegen den Pfosten krachte und anschließend nicht mehr zur Verfügung stand.

 

Einiges wurde in der Kabine besprochen, vieles nahm sich die SG-Mannschaft vor - nichts davon konnte aber auch umgesetzt werden. Die Gastgeberinnen erstickten alles im Keim. Allen voran Rückraum-Shooterin Jana Pollmer drückte nach der Halbzeit der Partie ihren Stempel auf. In der 37. Minute warf sie erstmals eine 7-Tore-Führung (24:17) für ihre Mannschaft heraus. Nicht einmal eine doppelte Überzahl half den Herrenbergerinnen in diesem Spiel. Statt sich entscheidend heranzukämpfen, kassierten sie wiederum einen Treffer zum 18:25. "Auch im Angriff ging unser Matchplan nicht auf, Hannover löste alles sehr agil und verunsicherte uns immer mehr", stellte Gunzenhauser fest. In keiner Phase kippte das Momentum auf Seiten der Kuties. Am Ende musste die SG H2Ku die lange Heimreise mit einem 27:34 im Gepäck antreten.

 

Jetzt kommt Haunstetten

 

Dadurch stecken die Kuties weiterhin auf dem vorletzten Platz der Tabelle fest. Vier Punkte sind es noch bis zum rettenden Ufer.

 

Nächsten Samstag kommt es in der heimischen Markweghalle zum Duell gegen den TSV Haunstetten aus Augsburg, der aktuell einen Platz vor den Kuties steht. "Wie müssen dieses Spiel jetzt schnell abhaken. Haunstetten fordert uns nächste Woche auf eine ganz neue Weise", so Gunzenhauser. Dem schwäbischen Duell wurde wohl noch nie zuvor so viel Bedeutung zugesprochen, für beide Mannschaften geht es fast schon um alles.

 

SG H2Ku Herrenberg: Lide, Staudenmaier; Berger (4), Frey (1) , Klein (4), S. Neubrander (2), Foth (1), L. Neubrander (8/davon 3 Siebenmeter), Gebhard (2/1), Stonawski (2), Beddies (1), Degenhardt (2), Leppert.

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